Lohnt sich der Handel auf Online-Marktplätzen?

Lohnt sich der Handel auf Online-Marktplätzen?


Bei unseren Kollegen von VIA-eBay haben wir diesen interessanten Artikel zum Thema Handel Online-Marktplätze gefunden, den wir Ihnen nicht vorenthalten möchten.

Reicht der Verkauf über den eigenen Onlineshop aus oder ist der Handel auf den größten Online-Marktplätzen für einen nachhaltigen Erfolg unvermeidbar? In diesem Beitrag wollen wir versuchen, diese Frage zu beantworten und auf die Chancen und Risiken von eBay, Amazon und Co. einzugehen.

Spannungsfeld Online-Marktplatz

Insgesamt wurde im vergangenen Jahr auf Online-Marktplätzen ein Umsatz in Höhe von 27 Milliarden Euro erzielt. Trotzdem werden immer mehr Stimmen laut, die das Modell Marktplatz grundlegend in Frage stellen. Die Marktplatz-Euphorie der vergangenen Jahre hat spürbar nachgelassen. Die Situation heute: Durch die Oligopolbildung im Marktplatz-Business fühlen sich immer mehr Onlinehändler von den großen Plattformen eingeschränkt. e-tailment führt dazu Konfliktherde zwischen Marktplatz und Onlinehändler auf: Gebührenerhöhungen, Käuferschutz, Versäumnisse und zögerliche Nachbesserung beim Händlerschutz gegen Betrugsmaschen von Käufern, PayPal-Sicherheitslücken und der Kampf gegen wettbewerbswidrige Klauseln. Diese und andere Themen haben zu einem teilweise angespannten Verhältnis zwischen Händlern und Marktplätzen geführt und den Wunsch nach Alternativen geweckt.

Vorteile vom Handel auf Online-Marktplätzen

Nach einer vom HDE und EEC Köln durchgeführten Studie zum Thema „Vorteile des Verkaufs über Online-Marktplätze“ ist der am häufigsten genannte Grund mit 88 % Zustimmung die „große Reichweite der Onlinemarktplätze“. 57 % der Befragten gaben an, dass die Ansprache neuer Zielgruppen und die Gewinnung von Neukunden ein Vorteil beim Verkauf über Online-Marktplätze sei.
Auf Platz 3 liegt der geringere Pflege- und Verwaltungsaufwand im Vergleich zum eigenen Onlineshop mit 38 % Zustimmung. Auch das Thema Internationalisierung wird als Vorteil von Online-Marktplätzen genannt. 29 % schätzen den internationalen Handel über Marktplätze als einfacher ein. Etwas seltener genannte Vorteile sind das „geringere Risiko als beim eigenen Onlineshop“ (22 %), die Möglichkeit, die eigene Produkt-, Preis- und Marketingstrategie testen zu können (9 %) und die „Gewinnung von Marktforschungsdaten über Online-Marktplätze“ (4 %).

Nachteile vom Handel auf Online-Marktplätzen

Die gleiche Studie hat auch die Nachteile beleuchtet. Auf Platz 1 der Nachteile wurde mit 85 % Zustimmung der Grund „Hohe Gebühren/Provisionen“ angegeben. Dahinter folgen die Nachteile der Abhängigkeit vom Marktplatzbetreiber (72 %), hoher Preisdruck (59 %), hoher Konkurrenzkampf mit anderen Verkäufern (51 %) und die Gefahr, dass der Online-Marktplatzbetreiber eigene Produkte anbietet, die die eigenen ersetzt (41 %, Stichwort: Amazon).

Knapp jeder dritte Befragte (30 %) führt als einen Nachteil beim Verkauf über Online-Marktplätze an, dass Rechte von Produktbildern und/oder Artikelbeschreibungen an den jeweiligen Marktplatz abgetreten werden müssen. Ebenfalls negativ bewerten die Onlinehändler (27 %), dass Nutzungsbedingungen zu streng ausgelegt sind oder zu häufig Änderungsschleifen durchlaufen. Jeder Vierte gibt an, dass die Synchronisation des eigenen Lagerbestands mit dem Online-Marktplatz herausfordernd ist. Weitere genannte Nachteile sind ein hoher Pflegeaufwand, zielgruppen-ferne Kunden auf Online-Marktplätzen sowie eine schlechte Performance der Marktplätze (z.B. bei der Versandabwicklung).

Die Rolle der Online-Marktplätze im Multi-Channel-Umfeld

Nach einer Befragung von Onlinehändlern durch Omikron sehen 48 % in Marktplätzen nur einen ergänzenden Absatzkanal neben dem eigenen Onlineshop. Interessanterweise stehen dem 43 % gegenüber, die Marktplätzen die Rolle eines bedeutenden Absatzkanals zusprechen. Lediglich 4 % gehen davon aus, dass Marktplätze in Zukunft für den Onlinehandel an Bedeutung verlieren werden. Die Zahlen machen deutlich, dass Marktplätze zwar nicht von allen Onlinehändlern als zum Überleben essenziell eingestuft werden, aber die Mehrheit auch nicht gänzlich auf diesen Zusatzkanal verzichten möchte.

Was also langfristig tun?

Das Stichwort heißt Unabhängigkeit. e-tailment stellt dazu diese 4 Lösungsansätze vor:

  1. Nische als Rettung: Von einer Flucht in Nischensortimente profitiert nicht jeder – Eine Nische zu besetzen hat viele Vorteile. Jedoch gibt es nicht für jeden Händler eine unbesetzte Nische. Und nicht jede Nische ist rentabel. Jeder Onlinehändler sollte aber zumindest geprüft haben, ob er mit einem Teil seines Sortiments eine Nische bedienen kann und sich dann über das Thema Nischenvermarktung informieren.
  2. Markenbildung durch Shop-Optimierung: Hört sich machbar an – Jedoch reicht eine Optimierung nicht aus, um eine langfristig erfolgreiche Marke aufzubauen. Denn die Marktplätze haben einen entscheidenden Vorteil: Die Bequemlichkeit ihrer Kunden. Jemand, der auf eBay und Co. nach einem Produkt sucht, kauft in der Regel auch dort. Da kann der eigene Onlineshop noch so gut optimiert sein – es ist  schwer gegen einen eBay-Käuferschutz oder eine Amazon A-Z Garantie anzukommen.
  3. Reichweitenerhöhung durch Longtail: Mit Longtail lässt sich in der Theorie wettbewerbsarmer Umsatz abschöpfen. Es gibt Tools, mit denen Onlinehändler bei über 150 Nischen-Marktplätzen gleichzeitig Ihre Produkte listen können. Aus SEO-Gesichtspunkten sicherlich kein schlechter Schachzug, jedoch sollten Onlinehändler nicht mit all zu hohen Umsatzsteigerungen durch besucherarme Marktplätze rechnen.
  4. Onlinehändler werden zu Medien: Hierunter versteht man die produktpolitische und kommunikationspolitische Feuerung aus allen Rohren. e-tailment erläutert dazu: „Selber packen was man kann, zusätzlich Masse durch Fulfillment-Dienstleister generieren und obendrauf noch Mittlerprovision abgreifen: auch als Drop-Shipper auftreten und zudem mit Werbekostenerstattungen (Affiliates) arbeiten.“ Auch Social Media sollte dazu beitragen. Hier lässt sich nicht nur die Aufmerksamkeit von potenziellen Käufern durch den richtigen Content erhalten, sondern auch die Platzierung von Affiliate-Links realisieren. Es sollte Händlern jedoch bewusst sein, dass diese Maßnahmen zeitaufwendig und damit nicht beliebig leicht skalierbar sind.

Keine der aufgeführten vier Maßnahmen führt voraussichtlich isoliert zum Erfolg. Die Mischung macht es wohl auch in diesem Fall. Man kommt an den großen Online-Marktplätzen heute nicht vorbei. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen und Meinung zum Thema Online-Marktplätze mit!

Quellen:

http://etailment.de/news/stories/Die-Macht-der-Marktplaetze-Freund-oder-Feind—Welche-Zukunft-Online-Haendler-wirklich-erwartet-Teil-1-2262

http://www.internetworld.de/e-commerce/online-marktplatz/bedeutung-marktplaetzen-online-handel-1207594.html

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