Corona-Soforthilfe u.a. von eBay, Amazon und staatliche Hilfen für Onlinehändler

Corona-Soforthilfe u.a. von eBay, Amazon und staatliche Hilfen für Onlinehändler


Was Onlinehändler jetzt wissen müssen

Das Coronavirus löst weltweite Unsicherheit aus und beeinflusst auch spürbar den E-Commerce. Viele Onlinehändler stehen derzeit vor unterschiedlichen finanziellen, organisatorischen und rechtlichen Herausforderungen. Der Bund sowie die Länder, aber auch verschiedene Geldinstitute und die großen Onlinemarktplätze haben daher Soforthilfe-Pakte und Förderungen für Unternehmen verabschiedet. Hier erhalten Sie einen Überblick über verschiedene Soforthilfe-Maßnahmen und wie Sie davon profitieren können.

Wie unterstützen Amazon, eBay und Co. die Onlinehändler?

Zu Beginn der Krise fielen die Marktplätze vor allem durch Eingrenzungen und Sanktionen in Bezug auf den Verkauf von Medizin- und Hygieneprodukten auf. Nun reagieren Amazon und eBay mit Fördermaßnahmen für Ihre Händler. Auch Real.de, Rakuten oder Hood unterstützen Ihre Händler mit verschiedenen Programmen, wie z.B.: Click & Collect Optionen oder speziellen Gebührenmodellen.

  • eBays Soforthilfe-Programm

Ebay startet für seine Händler ein eigenes Soforthilfe-Programm. Onlinehändler profitieren dabei von verschiedenen Leistungen und Optionen.

  • 3 Monate keine Verkaufsprovision
  • 6 Monate kostenloser Premium-Shop
  • 6 Monate kostenloser eBay Premium-Kundenservice
  • Händler können Rechnungsaufschub beantragen
  • Amazon reagiert kulant

Amazon hat angekündigt aufgrund der Coronakrise kulant mit seinen Händlern umzugehen und diese unvorhergesehenen Umstände bei den Verkaufsbeurteilungen der Händlerkonten zu berücksichtigen. Außerdem wird Amazon auf die Gebühren für Langzeitlagerbestände verzichten. Weiter Informationen dazu finden Sie im Seller Central.

Staatliche Lösungen

Bund und Länder haben verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung von Kleinunternehmen und Selbstständigen verabschiedet. Es gibt sowohl Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen, als auch Darlehen mit besseren und flexibleren Konditionen, damit Sie Ihre Liquidität sicherstellen können. Weitere indirekte Hilfsprogramme sollen Händler vor allem finanziell unterstützen und vor der Insolvenz schützen.

  • Kurzarbeitergeld flexibilisieren

Wer für seine Mitarbeiter und das Unternehmen Kurzarbeit anmeldet, kann bei zu geringer Auftragslage in der Pandemie Zeit auf Unterstützung vom Staat zurückgreife. Da momentan ein Rückgang der allgemeinen Kaufkraft verzeichnet wird, kann dies besonders für Händler von Nischenprodukten entscheidend sein. Die Antworten auf die 10 wichtigsten Fragen über Kurzarbeit finden Sie hier.

  • Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Die Bundesregierung stellt spezielle Kredite und Bürgschaften zur Unterstützung während der Coronakrise zur Verfügung und hat das bestehende Programm maßgeblich erweitert. Detaillierte Informationen zu diesen Darlehen finden Sie unter dem Punkt „Finanzielle Hilfe“. Zudem wurde die Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 ausgesetzt, falls Förderungen nicht rechtzeitig greifen. (1)

  • Milliarden-Hilfsprogramm für Betriebe und Unternehmen

Der Bund hat ein Soforthilfepaket in Höhe von 50 Milliarden Euro für Kleinunternehmen und Selbstständige beschlossen. Dies soll Sie bei der Deckung der regulären Kosten für Ihr Unternehmen unterstützen. Die Zuschüsse variieren je nach Unternehmensgröße und Mitarbeiteranzahl.

  • bis 9.000 Euro bei bis zu 5 Beschäftigten
  • bis 15.000 Euro bei bis zu 10 Beschäftigten

Viele Bundesländer, z.B.: Nordrhein-Westfalen stocken das Soforthilfepaket mit zusätzlichen Mitteln auf. Die Beantragung der Förderung ist speziell über die Bundesländer geregelt.

Hier finden Sie eine Übersicht über die speziellen Förderangebote der Bundesländer (2):

Förderangebote der Bundesländer

Weitere Informationen gibt es außerdem auf den Webauftritten des Bundes und der IHK und beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).

  • Stärkung des europäischen Zusammenhalts

Besonders für den Onlinehandel ist die Erhaltung des grenzübergreifenden Warenverkehrs innerhalb der EU wichtig. Derzeit sind Warengüter noch nicht von den Grenzschließungen betroffen, damit eine EU-weite Versorgung gewährleistet werden kann. Mit der sogenannten „Hermesdeckung“ bietet der

Bund eine Exportkreditgarantie. Diese schützt Händler vor Zahlungsrisiken durch ausbleibende Zahlungen ausländischer Geschäftspartner. (3)

  • Kündigungsschutz bei Mietschulden

Das Recht der Vermieter, Miet- und Pachtverhältnisse wegen Zahlungsrückständen zu kündigen, wird für einen begrenzten Zeitraum eingeschränkt. Diese Einschränkung gilt für die Fälle, in denen die Rückstände auf den Auswirkungen der Corona-Pandemie beruhen und ist auf den Zeitraum vom 01.April bis 30.Juni 2020 begrenzt. Zahlungsrückstände aus diesem Zeitraum berechtigen den Vermieter nicht zur Kündigung. Die Mietschulden müssen bis spätestens Juni 2022 nachgezahlt werden, ab da erlischt der Kündigungsschutz. (4) Weitere Informationen finden Sie hier.

Finanzielle Hilfen für Händler

Banken und Institute reagieren mit angepassten Kreditangeboten und Finanzierungsmodellen auf die Notlage mancher Kleinunternehmer. Dadurch haben Sie eine weitere Chance Ihren Onlinehandel aufrechtzuerhalten. Bitte kalkulieren Sie genau, welche Lösungen sich für Ihr Unternehmen am besten eignet.

  • Von Bürgschaftsbanken profitieren

Bürgschaftsbanken sind nicht-gewinnorientierte Förderinstitut, die vom Staat unterstützt werden. Sie bieten Unternehmen so eine zusätzliche Möglichkeit finanzielle Hilfen zu beantragen und zu anderen Konditionen abzuleisten. Eine Übersicht über Bürgschaftsbanken und deren Leistungen finden Sie in dieser Tabelle sowie eine Übersicht der Bürgschaftsbanken. (5)

  • Kreditprogramm der KfW bei der Sparkasse

Als Onlinehändler können Sie auch auf die Kreditprogramme der KfW zurückgreifen und diese über die Sparkasse in Anspruch nehmen. Jedes Sparkasseninstitut informiert auf seiner Internetpräsenz über die verschiedenen Förderungen für Jungunternehmer, Unternehmen die schon seit 5 Jahren aktiv sind oder Direktfinanzierungsprogramme. Weitere Informationen finden Sie bei der KfW oder Ihrem Sparkasseninstitut.

  • VR Smart Finanz Förderkredit

Die Volksbank bietet einen eigenen flexiblen Förderkredit für Unternehmer an, die von der Coronakrise betroffen sind. Die Volksbank verspricht eine kurzfristige finanzielle Lösung dadurch. Außerdem können Sie auch die KfW Förderung über die Volksbank in Anspruch nehmen.

Angebote, Tipps und Tricks

Aufgrund des Kontaktverbots und der Ausgangssperre erfährt auch das Homeoffice einen neuen Trend. Die Umstellung auf Homeoffice und die interne Vernetzung stellt vor allem jetzt eine organisatorische und auch finanzielle Herausforderung dar. Der Bund unterstützt daher auch die Digitalisierung von KMUs. Abhängig vom Programm erhalten Sie ein Förderzuschuss zwischen 30 % und 80 % oder Kredite zu niedrigen Zinssätzen. Eine Übersicht finden Sie hier.

Die Coronakrise wirkt sich allgemein auf die wirtschaftliche Lage von Unternehmen und Dienstleistern aus. Da alle im selben Boot sitzen ist es ratsam eine gemeinsame Lösung zu finden. Wenden Sie sich daher auch an Ihre Vermieter, Lieferanten und Partner, um Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen.

Ebenso sind Vernetzung und Informationen entscheidend für den Weiterbestand Ihres Onlinehandel. Auf Facebook und weiteren Plattformen haben sich spezielle Gruppen Gleichgesinnter gebildet, um sich mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Besuchen Sie auch die Afterbuy-Facebookgruppe oder unser Forum, um wertvolle Kontakte zu knüpfen und Informationen zu teilen.

In der Krisensituation sollten Sie auch besonders auf Ihre Kunden achten. Reagieren Sie auf die neuen Bedürfnisse und passen Sie Ihre Kommunikation und Ihr Marketing an. Ebenso sollten Sie zum Beispiel Ihre Lieferzeiten aktualisieren, um Verspätungen zu vermeiden. So behalten Sie Ihre Stammkunden trotz längerer Lieferzeiten.

Gemeinsam durch die Krise

Auch uns von Afterbuy ist es wichtig, Sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Unser Team steht Ihnen wie gewohnt mit Rat und Tat zur Seite, egal ob mit unserem kostenfreien Support, Onlineschulungen oder verschiedenen Hilfestellungen für Ihr Business. Außerdem können alle (stationären) Händler, die sich bis zum 12. April registrieren, Afterbuy 90 Tage kostenlos und unverbindlich testen.

Quellen: (1) Internetworld; (2) Andreas Diehl; digitale neuordnung; (3) Internetworld; digitale neuordnung; (4) Bundesregierung; (5) Onlinehändler News